Bullifakten

Mit den ersten Prototypen des Jahres 1949 begann eine einzigartige Erfolgsgeschichte eines Autos, das von seinen Fans liebevoll "Bulli" genannt wird. Ich will an dieser Stelle eine kurze Geschichte der Modellentwicklung aufzeigen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Deshalb nur ein kurzer Überblick über die VW Busse und Transporter vom ersten T1 bis zum T3.

Wie alles begann...

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es auch bei VW in Wolfsburg langsam wieder aufwärts. Aufgrund der Nachkriegssituation bestand eine erhöhte Nachfrage nach LKWs. Bei VW wurden aus diesem Grund ältere Pläne von Professor Porsche wieder aufgegriffen, den Volkswagen zum Lieferwagen umzubauen. Basis hierfür war der Typ 51 und so entstanden einige Käfer mit Ladepritsche. Für den werksinternen Gebrauch entstand auf dieser Basis ein "Plattenwagen", bei dem es sich um einen Hecklenker mit vorne liegender Ladefläche handelte. Dieser Plattenwagen war es, der Anfang 1947 Ben Pon auffiel, einem niederländischen VW Exporteur. Er bemühte sich jedoch vergeblich um eine Straßenzulassung in den Niederlanden. Da ihn jedoch die Idee eines Transporters nicht mehr losließ, brachte er bei Gesprächen mit der britischen Militärbehörde seine Gedanken zu Papier. Mit dieser etwas ungelenken Zeichnung wurde unbewußt die Form des erfolgsreichsten Transporters der Nachkriegsgeschichte festgelegt.

Der T1

Mit der Idee Pons, auf Käfer-Basis mit geringen Mitteln ein Transporter entstehen zu lassen, gingen nun die VW-Ingenieure ans Werk, so daß schon 1949 erste Prototypen getestet werden konnten und schließlich am 12.11.1949 die Vorstellung des neuen Transporters stattfinden konnte. Die Aufnahme der Serienproduktion verzögerte sich noch etwas, wurde aber am 8.3.1950 mit einer Tagesproduktion von 10 Fahrzeugen aufgenommen. Und schon im Mai folgte die Bus-Variante. Damit war der Grundstein für eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte gelegt. Die Gründe für den durchschlagenden Erfolg waren sicherlich zum einen der günstige Preis und zum anderen die Flexibilität von VW, was die Erfüllung von Kundenwünschen anging. So ging man schnell auf Kundennachfragen ein und brachte in der Folgezeit zahlreiche Sonderaufbauten, wie z.B. den "Krankenbully", heraus. Auch steigender Beliebtheit erfreuten sich die Pritschenwagen und das Spitzenmodell, der Sonderbus "Samba" mit Rundumverglasung.

Kurzer Abriß der Modifikationen:

1950: Beginn der Produktion von Transporter und Bus. Beide Modelle haben zunächst kein Heckfenster und nur eine kleine Heckklappe. Der Zugang zum Innenraum erfolgte über eine zweiflügelige Tür. Die vordere Stoßstange ist zweigeteilt.
1951: Der "Samba" wird vorgestellt: ein luxuriös ausgestattetes Sondermodell mit Rundumverglasung, zweifarbiger Lackierung, einem Faltschiebedach sowie zahlreichen Chromteilen.
Bus und Transporter erhalten serienmäßig ein kleines Heckfenster.
1952: Das Modellprogramm wird durch einen Krankenwagen erweitert. Es wird ein Transporter mit Flügeltüren auf beiden Seiten vorgestellt und die Produktion der VW Pritsche beginnt.
1954: Eine hintere Stoßstange wird zur Serienausstattung.
1955: Eine neue Frischbelüftung mit Lufteintritt über der Frontscheibe läßt das Dach jetzt überstehen und führt zu einer höheren Frontscheibe. Alle Modelle erhalten eine größere Hecktür.
1956: Der rechte Außenspiegel wird zur Serienausstattung.
1957: Zahlreiche Sonderaufbauten und -einrichtungen werden auf der IAA vorgestellt:
• die Großraum-Stahlpritsche (SO 8),
• die Großraum-Holzpritsche (SO 9),
• der Pritschenwagen mit Doppelkabine (SO 16),
• der Pritschenwagen mit Nachläufer (SO 14),
• der Langmaterial- und Stückgutanhänger (SO 24),
• der Pritschenwagen mit Kofferaufbau (SO 13),
• der Thermoswagen (SO 6),
• der Verkaufswagen (SO 1) und
• der Pritschenwagen mit Leichtmetall-Jalousie-Aufbau (SO 12).
Ein Teil dieser Sondermodelle wurde dabei von Fremdherstellern geliefert.
1958: Die Modelle erhalten neue durchgehende Stoßstangen. In Zusammenarbeit mit Fremdfirmen wurden weitere Sonderausführungen ins Programm aufgenommen:
• der Bus als Verkehrsunfallwagen (SO 4),
• der Kühl- und Tiefkühltransporter mit Trockeneisgebläse (SO 5),
• der Tiefkühltransporter mit Kältemaschine (SO 7),
• der Pritschenwagen mit Drehleiteraufbau (SO 11),
• der Pritschenwagen mit Jalousie-Aufbau (SO 32),
• der Pritschenwagen mit ölhydraulischer Arbeitsbühne (SO 10),
• die Camping-Box für Achtsitzer und Bus (SO 22) und
• der Bus mit Campingeinrichtung de luxe.
1960: Die Modelle erhalten vordere, kegelförmige Blinker.
1963: Die Modelle erhalten auf Wunsch eine Schiebetür und die Hechklappe wird verbreitert, was auch ein breiteres Heckfenster mit sich bringt. Außerdem werden die vorderen Blinker geändert.

Der T2

Nach 17jähriger Produktion und mehr als 1,8 Millionen gebauter Transporter kommt 1967 die Nachfolgegeneration auf den Markt: der T2. An der Fahrzeugkonzeption wurde wenig geändert, fast könnte man von einem Facelift sprechen, doch gibt es einige optische Unterschiede: so ist die Frontscheibe jetzt durchgehend und die Karosserie wurde vorne und hinten um 100 mm verlängert. Außerdem war die Schiebetür nun serienmäßig, die Vordertüren wurden vergrößert und von vorne sorgten neue Stoßstangen und neue Blinker für ein neues Aussehen.
Bus und Sondermodell werden durch Clipper und Clipper L ersetzt. Das bisherige Faltdach des Sondermodells wird durch ein Stahlschiebedach ersetzt und die Zeiten der Rundumverglasung sind leider auch vorbei. Die Bezeichnung Clipper verschwand jedoch bald wieder, da die amerikanische Fluggesellschaft PanAm aufgrund der Namensgleichheit mit ihren Flugzeugen mit Klage drohte. Und so wurde der Bus prosaisch nach der Anzahl der Sitzplätze Sieben- oder Achtsitzer genannt.
Wie auch beim T1 präsentierte VW bald eine ganze Palette von Sonderausführungen: Drehleiter, Kühltransporter, Krankenwagen und Reisemobile (durch den Ausbauer Westfalia) sind selbstverständlich.

Kurzer Abriß der Modifikationen:

1968: Beginn der Fertigung des Transporters mit Hochdach, wobei die Schiebetür bis ins Dach reichen kann.
1971: Vergrößerung der Rückleuchten und die Tankklappe rückt 40 cm nach hinten, so daß sie nicht mehr im Bereich der Schiebetür liegt.
1972: Die Blinker rutschen neben die Einlaßgitter derr Belüftung und kräftigere Stoßstangen - die sog. "Eisenbahnschienen" - werden eingeführt. Außerdem gibt es das Hochdach auch für den Bus.
1973: Die Tankklappe weicht einem eingelassenen Drehverschluß.
1975: Auf Basis eines um 400 mm verlängerten VW Pritschenwagens entsteht durch den Augsburger Aufbauer Frickinger ein Leichenwagen, der mit seiner 2700 mal 1570 mm großen Sargladefläche Platz für zwei Särge bietet.
1976: Westfalia stellt das Wohnmobil "Berlin" vor.
1978: "Silberfisch" ist die inoffizielle Bezeichnung eines silbermetallic farbenen Bus-Sondermodells, der das luxuriöse Ende der T2-Ära bedeutet.

1978: war somit das letzte Jahr der Produktion in Deutschland, jedoch wurde der T2 auch weiterhin in Südafrika, Brasilien und Mexiko produziert, wobei er zumindest in Mexiko heute noch erhältlich ist.

Der T3

Der T3, die dritte Generation des Typ2 von Volkswagen, gebaut von 1979 bis 1992. Aus meiner Sicht der letzte echte „Bulli“, eigentlich sogar nur bis Ende Modelljahr 1982, warum ? Ganz einfach, man bedenke, es hat aus meiner Sicht nur ein Transporter den Namen „Bulli“ verdient wenn er folgende Kriterien erfüllt: 1. Heckantrieb (Motor im Heck und Antrieb an der Hinterachse) und 2. wenn der Motor luftgekühlt ist. Also wurde für mich der „Bulli“ nur bis Dezember 1982 gebaut.